Radtour von Stephan Schramm am 12. September 2021 nach Ochsenwerder


Treffpunkt: 10 Uhr Hamburg Hauptbahnhof, Ausgang Kirchenallee (Höhe Reisezentrum) draußen auf dem Bahnhofsvorplatz.

Erkennungszeichen: Gelbe Warnweste mit Gruppenlogo

Wir fahren zu den Deichtorhallen, dort geht es weiter am Oberhafen und am Großmarkt vorbei bis zu den Elbbrücken.

Nach Unterquerung fahren wir in den Entenwerder Park, über die Kaltehofer Brücke weiter am Kaltehofe Hauptdeich. Schließlich münden wir in den Moorfleeter Deich, passieren den Eichbaumsee und die Regatta-Strecke. Am Allermöher Deich geht es bis zur Reitbrooker Mühlenbrücke, hier überqueren wir die Elbe. Vorbei an Krapphof und Reitbrook erreichen wir Ochsenwerder. Hofladen und Cafe Stender bieten die Möglichkeit zu Kaffee und Kuchen. Über die Tatenberger Schleuse geht es dann zurück zur Hamburger Innenstadt. Dort könnte man noch in Hofbräu Wirtshaus am Speersort einkehren.

Streckenlänge ca. 40 km, teilweise Schotterwege, gute Bereifung erforderlich !

Eine offene queere Freizeitgruppe mit Heterosexueler Mehrheit?


Da fragen wir doch mal die Experten: Kann das heutzutage funktionieren?

Vom schwul-lesbischen Rosa Radeln:

Mehr als 37 Jahre sind seit der offiziellen Eröffnung des
Magnus – Hirschfeld – Centrums (1983)vergangen. Dieses Beratungszentrum war trotz Boy George und anderen illustren Gestalten in der Pop-Szene in einer immer noch extrem homophoben Umwelt dringend notwendig.

Ungefähr in dieser Zeit fanden sich dort einige Leute zusammen, die gemeinsam mit anderen in einer Gruppe von Leuten, die so fühlen, wie man selber ist, bei Radtouren ins Grüne und sonst wohin, total frei von der sonst aufgezwungenen heterosexuellen Normalität mal einen Tag das Leben genießen konnten. Sie gaben sich den Namen Rosa Radeln. Der Rosa-Winkel wurde im sogenannten 3. Reich den Schwulen angeheftet, bevor sie im Konzentrationslager vernichtet und unter anderem zu Seife verarbeitet wurden (https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/ns-opfer-leichen-zu-seife-verarbeitet/759966.html).

Ungefährlich war das Leben auch in den 80ern noch nicht. Im Rahmen der Reform des Strafrechts in der Großen Koalition wurde unter Federführung von Justizminister Gustav Heinemann (SPD) 1969 gleichgeschlechtlicher sexueller Verkehr bei einem Schutzalter von 21 Jahren entkriminalisiert: Seit 1969 war Homosexualität unter Erwachsenen in Westdeutschland damit straffrei. Im Rahmen der Reform des Sexualrechts in der sozialliberalen Koalition wurde 1973 das Schutzalter auf 18 Jahre reduziert.[20] Der § 175 bezog sich seitdem nur noch auf Jugendliche. Auch nach der Legalisierung wurde jedoch die polizeiliche Sammlung der Daten von Homosexuellen in Rosa Listen zunächst fortgesetzt. Das Handbuch der Kriminalistik sah noch 1978 die Führung von Homosexuellenkarteien als notwendige Maßnahme zur Wahrnehmung der polizeilichen Sicherungsaufgaben an. Quelle Wikipedia

Dank Corny Littmann wurden Anfang der 80er zumindest einige Spiegel in öffentlichen Toiletten zertrümmert, hinter denen Polizisten saßen um Schwule für die Rosa-Listen dingfest zu machen: https://www.2mecs.de/wp/2012/12/hamburg-spiegel-affaere-1980-polizei-ueberwachung-homosexuelle-klappen/

Jedem, der auf Klo war, wurde durch diese Spiegel überwacht, ob er wirklich nur pinkelt.

1980 gab es dann auch die erste CSD-Demo, nicht Party, in Hamburg an der ich teilgenommen habe: https://www.ndr.de/geschichte/chronologie/28-Juni-1980-Erste-Stonewall-Demonstration-zieht-durch-Hamburg,csdgeschichte102.html

Bis 2015 hat Rosa Radeln Hamburg und Umgebung so ziemlich komplett erkundet. Die Zeiten haben sich allerdings geändert. Dieser abgeschottete Schutzraum für Menschen die anders sind, als die breite Masse, ist so nicht mehr notwendig. Rosa Radeln hat sich aufgelöst.

Vom neuen Queer Radeln

2019 Neugründung als Queer Radeln. Das Bedürfnis nach gemeinsamen Radfahren im Grünen ist noch da. Die ersten Heteros sind dabei. Irgendwie ist das überhaupt nicht schlimm. Langsam wird es möglich, sich gegenseitig so zu nehmen, wie man ist.

2020 ist zwar auch noch Corona, aber wir dürfen mit Beschränkungen weiter machen.

2021 Gründung von Queer Radeln Hamburg bei Meetup. Da die Touren gut ankommen, treten die Leute ein und treten ein und….: Sicher, in einer schwulen Gruppe zu sein, wird plötzlich unser heterosexueller Lieblingsfotograf von einem Mann angebaggert und eine Frau wird von einem Hetero nach ihrem Mann gefragt, hat aber eine Frau. Ich mache momentan die meisten Radtouren, habe auch einen Mann, der fleißig Radtouren plant. Wir sind aber überhaupt nicht verheiratet.

Alleine mit der nicht heterosexuellen queeren Gemeinde können wir unsere Radtouren im bisherigen Umfang nicht aufrecht erhalten. Da die Leute bei Meetup super drauf sind, werden sie auch weiter dabei sein. Bei uns muss man aber besonders darauf Rücksicht nehmen, dass nicht jeder heterosexuell ist. Mehr zum Begriff queer: https://de.wikipedia.org/wiki/Queer

Es kann doch nicht sein, dass wir nur mit 5 Leuten bei der CSD-Fahrrad-Demo am 07.08. mitfahren. Anmeldung per E-Mail an queer.radeln@gmail.com oder selbstverständlich bei Meetup.

Also geht das nun weiter? Queer und Hetero zusammen auf dem Fahrrad? Fragen wir mal wieder die Experten: